Spiegelpfoten ist ein schulübergreifendes Format für Selbsterfahrung und Supervision im psychotherapeutischen Kontext und richtet sich an Psychotherapeut:innen (PP und KJP), die ihre eigenen inneren Prozesse in ihrer therapeutischen Rolle vertieft reflektieren möchten.

Im Mittelpunkt stehen Mensch–Hund-Interaktionen, in denen innere Prozesse, Beziehungsmuster und Regulationsstrategien unmittelbar erlebbar und fachlich reflektiert werden können.

Die Möglichkeit zur Selbsterfahrung entsteht im Rahmen der Begegnung mit Hund Jorah (ausgebildet in hundegestützter Psychotherapie). In der Mensch–Hund-Interaktion können emotionale Reaktionen, Annäherungs- oder Vermeidungstendenzen, Kontroll- oder Anpassungsimpulse sowie Grenzsetzungsimpulse oft unmittelbar spürbar werden. Dadurch entsteht ein direkter Zugang zu impliziten Beziehungserfahrungen, Affektregulation und Selbstwahrnehmung, die im rein sprachlichen Setting häufig nur begrenzt erfassbar sind.

Jorah steht dabei nicht dauerhaft im Mittelpunkt der Arbeit, sondern unterstützt punktuell erfahrungsbasierte Prozesse.

Die eigentliche Vertiefung und Integration dieser Erfahrungen erfolgt im Gruppensetting, in dem Erlebtes gemeinsam reflektiert und im Hinblick auf die eigene therapeutische Arbeit eingeordnet wird. Dabei können wir betrachten, welche inneren Motive wirksam werden, was vermieden oder erreicht werden soll und wie sich diese Prozesse auf Beziehungsgestaltung und Selbststeuerung auswirken. Auf dieser Grundlage können neue, ressourcenorientierte Selbstregulations- und Handlungsmöglichkeiten entstehen und in den therapeutischen Alltag übertragen werden.

Ergänzend zur Selbsterfahrung besteht, insbesondere im Rahmen fortlaufender Formate, die Möglichkeit, eigene Fragestellungen sowie Fallbeispiele aus der therapeutischen Praxis einzubringen und im Sinne einer kollegialen Supervision gemeinsam zu reflektieren. Dadurch entsteht eine Verbindung zwischen persönlichem Erleben und therapeutischem Handeln, die im Einzelsetting oft nur begrenzt zugänglich ist.

Manche Situationen können genutzt werden, um im Kontakt mit Jorah kleine „Experimente“ auszuprobieren, etwa im Umgang mit Nähe und Distanz, Bedürfnisregulation oder Grenzsetzung.

Spiegelpfoten versteht sich dabei nicht als Technik- oder Methodentraining, sondern als erfahrungsbasiertes Selbsterfahrungs- und Supervisionsformat, das die bewusste Auseinandersetzung mit eigener Resonanz, Beziehung und innerer Steuerung in der therapeutischen Rolle unterstützt